Review – The Walking Dead (PC)

– getestet: PC Version –

Oho, eine 5 Episoden große Adaption der bekannten US-amerikanischen Kultserie The Walking Dead vom Entwicklerstudio Telltale Games, die bereits Spiele wie Law & Order : LegaciesSam & Max oder das Jurassic Park Recap ins Leben gerufen haben. Handelt es sich hier um eine abgespeckte Version der Serie oder haben wir es hier mit einem ernst zu nehmenden Titel zu tun? Trägt der Firmenname seinen Namen gerechtfertigt oder bleibt der Plot dem Original treu? Das alles in den nächsten Zeilen.

Eines ist glaube ich jedem klar und zwar dass es um Zombies geht. Das Erfolgsrezept der Untoten tritt, wie in den Medien auch, in Scharen auf. The Walking Dead hatte sich also neben Spielen wie Resident Evil 6DayZZombieU und vielen mehr 2012 zu beweisen. Wir spielen Lee Everett, einen ehemaligen Lehrer, welcher zu Beginn die Wohl vorerst letzte Fahrt in Freiheit genießen wird – unser Protagonist befindet sich in Handschellen gelegt in einem Streifenwagen. Nach einem Unfall und unserer ersten Flucht vorm Tod finden wir uns in einem kleinen abgeschotteten Dorf wieder und treffen ein kleines Mädchen namens Clementine. Das Mädchen verschanzt sich im Hochhaus und ist mit uns mithilfe eines Walkie Talkie’s in Kontakt. Nach einem ersten und letzten Treffen mit der Babysitterin erfahren wir vom schrecklichen Schicksal der Eltern und nehmen das kleine Mädchen mit auf einen Kampf ums nackte Überleben. Wem das nicht genügt und nicht der Ansicht ist, dass der Rest von selbst herausgefunden werden sollte, hat hier einen Trailer von Telltale Games gegeben, welcher ein wenig mehr auf die künftigen Charaktere zu sprechen kommt.

Gameplay/Technik:

The Walking Dead ist ein klassisches Point & Click Adventure verbunden mit Quicktime Events, welches eine Erzählweise ganz nach eurem Verhalten wiedergibt. Ihr sammelt, rätselt und kombiniert, und das im schicken Comicstil.  Die Maus ist dabei euer Freund und Begleiter und kommt mit den Steuerungstasten WASD und den Tasten Q und E daher. Mithilfe der Zifferntasten könnt ihr außerdem gewisse Verhaltensweisen in einem Dialog repräsentieren. Dumm nur, dass das Spiel hier an seine Grenzen stößt – die Technik. Obwohl die Sensitivität der Maus regulierbar ist, steuert sich diese, selbst bei einer hohen DPI Einstellung, stets klobig und langsam, weswegen ihr des Öfteren bei einigen Stellen im Spiel mehrere Anläufe benötigt um Passagen zu meistern, die schnelles Handeln verlangen. Die Optik, des wie ich finde zeitlosen Grafikstils, lässt an einigen Stellen zu wünschen übrig. Neben einigen Framerate-Einbrüchen kommt es manchmal einfach nicht schicklich, wenn bei höchster Auflösung bei einer sehr emotionalen Szene der Hintergründ kein sichtbares Anti-Aliasing abbekommt. Abseits von der Grafik kann The Walking Dead leider auch nur solche erzählerisch begeistern, die der englischen Sprache mächtig sind, denn das Spiel mit der englischen Sprachausgabe unterlässt die Untertitel Funktion völlig. Zugegebener Maßen rede ich hier von Erste Welt Problemen, allerdings ist das bei einem so von Konkurrenz belasteten Line-Up umso auffälliger.

Lee und Clementine kurz nach ihrem ersten Treffen

Story:

Nun kommen wir zu großen Stärke des Spiels – der Story. Oh mann, was muss man an diesem Spiel nicht alles durchmachen! Ich könnte permanent durchheulen! Die sehr gut durchdachten Charaktere wachsen einem entweder nach kürzester Zeit ans Herz, oder man stempelt sie ebenso schnell wieder ab. Man trifft im Verlauf der Story also beispielsweise auf den warmherzigen Redneck Kenny, den mies gelaunten Larry oder die fürsorglichen Christa, die alle um ihr Überleben kämpfen. Durch die bereits oben erwähnten Interaktionen in einem Gespräch habt ihr schwerwiegende Entscheidungen zu treffen, die euch mitunter ein ganzes Spiel jagen werden oder die Story völlig auf den Kopf stellen, womit ein hoher Wiederspielwert geschaffen wird. Ihr werdet über Leben und Tod entscheiden müssen und dann mit den dementsprechend resultierenden Konsequenzen konfrontiert. Das Storytelling klappt sogar so gut, dass förmlich ein Sog entsteht, der euch nicht mehr loslässt. Dieser entsteht neben dem filmreifen Soundtrack unter Anderem auch dadurch, dass unnötiges Backtracking gekonnt umgangen wird. Just als ich das Gefühl hatte, nach Aufsammeln eines Schlüsselobjektes zum dritten Mal zum Zielort zurückzukehren, wird dieser Weg mit einer Ladezeit überbrückt. Die Story ist schlichtweg schön, todtraurig zugleich und sucht seinesgleichen! So kommt es in den 5 Episoden, welche beim Kauf des Season Pass auf Steam, einzeln im Xbox Marketplace oder gebunden im Handel erworben werden können, des Öfteren vor, dass nicht die untote Bedrohung sondern die Überlebenden zur Gefahr werden.

Fazit:

Trotz meiner Skepsis beim Release des ersten Trailers im März 2012 wird Telltale Games mit The Walking Dead seinem Namen vollkommen gerecht und beweist, dass ein Point & Click Adventure immens starke Emotionen hervorrufen kann. Trauer, Schuldgefühle und Verantwortungsbewusstsein der kleinen Clementine gegenüber machen einen Großteil des Spiels aus ohne auch nur eine Sekunde unglaubwürdig oder gar langweilig zu werden. Ich für meinen Teil habe mit diesem Spiel das intensivste Spielgefühl der letzten Jahre durchleben dürfen und kann dieses trotz seiner technischen Schwächen nur jedem ans Herz legen, der mal wieder eine virtuelle Achterbahn der Gefühle durchleben möchte.

Fünf Bärchen dafür. 5er grün1

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4 thoughts on “Review – The Walking Dead (PC)

  1. Schöne Review Jura 🙂
    Ich weiß zwar dass sie schon eine ganze Ecke alt ist, aber will doch anmerken, dass inzwischen deutsche Untertitel nachgepatched wurden, welche aber (zumindest seit ich das letzte Mal gespielt habe) ziemlich schlecht waren. Also grammatikalisch ließ das ganze zu wünschen übrig 😀

    Viel Spaß beim weiteren Zocken ^^

    Lex

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