Die Entwicklung des individuellen Spielegeschmacks – eine Ideenfindung

Jeder von uns liebt Videospiele, einige Leute mehr und einige weniger. Uns verbindet etwas – ein Hobby. Sperrt man uns nun allerdings in eine Zelle und gibt uns Platz für Diskussionen, so ergibt sich früher oder später ein Konflikt der einzelnen Parteien. Ja, wir lieben Videospiele, einige Spiele allerdings mehr und andere verschmähen wir.

Wir lieben Kunst. Leute widmen sich multimedialen Outputs zu, denen sie sich anvertrauen. Sie geben sich den Spielen hin, mit denen sie das Meiste verbinden. Letztendlich liegt uns alles in das wir Zeit investieren am Herzen und daher werden wir angreifbar. Niemand mag nachgeben, man mag dem Anderen sein Spiel als das Beste unterjubeln, doch die Faktoren die ein jeder mit seinem Spiel verbindet scheinen in den Augen anderer weniger relevant oder schlussendlich unattraktiv zu wirken. Wie kommt das zustande?

Der bestimmt größte Faktor einer solchen Beeinflussung ist die Werbung. Firmen versenken Millionen darin, ihr Spiel so vielen Jüngern wie möglich schmackhaft zu machen, dass daraus potenzielle Kunden werden. Die Kosten davon fließen in diverse Präsentationen, Teaser und Trailer. Heutzutage sieht man bei denen aber nur hoch aufgelöste Rendersequenzen, die dem Spiel offen gesagt einfach meist weitaus voraus zu scheinen sind.  Also scheinen Geld und Trickserei eine bedeutende Rolle dabei zu spielen. Kleinere Entwicklerstudios, wie die der Indiesparte, sehen im Vergleich dazu leider alt aus.

Da die Gestaltung einer Werbung auch stets anders aufgenommen wird, beispielsweise wird die Farbe rot für den Einen als störend empfunden, hat beinahe keines der Individuen dieselbe Beziehung zu gewissen gestalterischen Mitteln eines solchen Vermarktungswerkzeugs, womit schon eine natürliche Selektion der Zielgruppe entsteht, unabhängig davon ob sich einige von dem Punkt überhaupt beeinflussen lassen.

Aber nicht nur Bildgewalten werden anders aufgenommen, sondern auch Spielprinzipien. Ob man nun so weit gehen kann um zu sagen, dass alle die früher gern Verstecken gespielt haben auf Stealth-Spiele wie Metal Gear Solid stehen, ist ungewiss. Es sollte jedoch der Fakt, dass Gewalt in Videospielen oftmals stark kritisiert wird, ein sicheres Beispiel dafür sein. Natürlich ist genau das ein gefundenes Fressen für Führungsleute und schlichtweg auch eine Gefahr und Frage der Interpretationsgabe.

Ein Aspekt, der in meinen Augen oftmals vergessen wird ist das Umfeld des Individuums. Wenn beispielsweise der vierzehnjährigen Karl Müller die Klasse betritt und jedes Kind über das neue Call Of Duty redet, so wird das Denken von Karl stark beeinflusst. Wenn sein Nachbar, der achtzehnjährige Tim nun nachmittags über seine 7.1 Anlage die Motorengeräusche seines Sportwagens in Forza krachen lässt, so ist Karl stark beeinflusst. Selbst, wenn Karl eigentlich nicht der typische Call Of Duty Liebhaber ist, so wird sein erstes Spielerlebnis, in der Lobby seines Schulfreundes auf der Konsole ebenfalls… Na? Richtig! Stark Beeinflusst.

Diese Theorie kann man auch weitreichender fächern. Ist nun an Stelle von einem Spiel eine Konsole im Jahrgang gefragt, so stehen dem kleinen Karl ganz andere Spiele zur Verfügung, mit denen er groß wird. Rückblickend kann heute noch jeder von einem Nostalgie-Effekt sprechen. Wenn wir in zwanzig Jahren ein Remake von Heavy Rain bekommen, so sind wir blind willig dieses zu kaufen. Während unsere Kinder uns dafür wohl belächeln werden, sind wir stolz darauf, denn wir sind damit groß geworden.

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